01.06.2006 Low-Cost-Notebooks für Entwicklungsländer


Ein Laptop für 100 Dollar soll Bildung fördern und Kindern in armen Regionen den Weg in die Zukunft erleichtern.
Low-Cost-Notebooks sollen zukünftig die digitale Kluft zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen schließen. Es wird bereits an ersten Modellen getestet und weiterentwickelt.

Auf dem Weltwirtschaftsforum 2005 in Davos verkündete der Internet-Visionär Nicholas Negroponte sein gewagtes Projekt: Die von ihm gegründete Initiative „One Laptop per Child" (olpc) werde ein Laptop zum Kaufpreis von 100 US-Dollar entwickeln, um Kindern in ärmeren Ländern den Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen.

Die ersten Prototypen laufen inzwischen durch die Testphase. Erst kürzlich wurden 15 voll funktionierende Testgeräte vorgestellt: Sie sind orange, aus Plastik und lassen sich variabel umbauen. In den nächsten Wochen sollen 500 weitere Testgeräte ausgeliefert werden.

Noch sind die Geräte nicht in der End-Produktion. Die ersten Laptops sollen in Brasilien, Argentinien, Nigeria, Ägypten, Indien, China und Thailand ausgeliefert werden. Dort werden sie allerdings nicht im freien Verkauf erhältlich sein, sondern sollen über Regierungs-Initiativen an Schulen verteilt werden. Weitere Länder haben bereits Interesse an den günstigen Laptops bekundet.
Die Frage tut sich allerdings auf, ob es sinnvoll ist, günstige Computer mit wenig Inhalt und wenigen Möglichkeiten in Massen zu verteilen, statt, z.B. in jeder Schulklasse einen voll ausgereiften Rechner zu platzieren. Die Zeit wird zeigen, ob die Entwicklung der Low-Cost-Notebooks der Welt als sinnvoll im Gedächtnis bleiben oder ob sie in wenigen Jahren in der jetzt angedachten Form wieder vergessen sein wird.

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